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«Individuelle Lösungen machen einfach mehr Freude»

Worauf achtet mobil ksp bei der Entwicklung neuer Profile besonders? Wie sieht dieser Prozess im Detail aus? Und welche Vorteile eröffnen sich dadurch für Kunden? Im Gespräch gibt Ramona Furgler, Leiterin Technik & Entwicklung, Einblicke in ihren Arbeitsalltag und ihre Leidenschaft für Lösungen, die wirklich funktionieren. 

Frau Furgler, wenn Sie an das Thema Entwicklung bei mobil ksp denken: Was zeichnet diesen Bereich aus Ihrer Sicht aus?
Für uns ist Entwicklung weit mehr als die reine Umsetzung von Ideen. Sie lebt von Vielseitigkeit und profitiert von Erfahrungen aus unterschiedlichsten Branchen und Disziplinen. Jedes Kundenprofil, jedes Projekt bringt neue Anforderungen mit sich – und genau darin liegt unsere Stärke: Wir betrachten Aufgaben ohne Scheuklappen und kombinieren diverse Ansätze, um massgeschneiderte Lösungen zu schaffen. Dank grossem Know-how und Kompetenzen in Projektmanagement, Konstruktion und Verfahrenstechnik können wir komplexe Entwicklungen effizient steuern und erfolgreich umsetzen.

Pro Jahr entstehen bei Ihnen 60 bis 80 Neuentwicklungen. Wieso setzen Sie nicht auf Standardlösungen von der Stange?
Wir glauben, dass wahre Innovation nur dort entsteht, wo man über Standards hinausdenkt. Wir gestalten massgeschneiderte Konzepte, die echte Mehrwerte schaffen und den Markt insgesamt voranbringen. Zudem sind individuelle Entwicklungen für uns eine Möglichkeit, uns klar vom Wettbewerb abzuheben – und sie machen auch einfach mehr Freude.

Wie sieht der erste Schritt bei der Entwicklung einer neuen Lösung aus?
Wenn ein Kunde ein Sonderprofil benötigt, steht für uns am Anfang das präzise Erfassen der Anforderungen. Wir nehmen uns Zeit, um genau zu verstehen, um welches System es sich handelt, und prüfen sorgfältig, ob und wie wir die optimale Lösung bieten können. 

Welche Phasen durchläuft ein Entwicklungsprojekt danach?
Nach einem ersten offenen Gespräch mit freiem Brainstorming und ersten Ideen, Skizzen oder Profilzeichnungen stehen Ansätze für ein Grobkonzept. Dieses umfasst meist auch die Materialauswahl für das spätere Angebot. Entscheidet sich der Kunde für eine Zusammenarbeit, werden dann die Details ausgearbeitet. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Pflichtenheft, in dem wir die Ausgangslage, mögliche kritische Punkte sowie die Verantwortlichkeiten transparent festhalten. Im Prozess wird diese Dokumentation immer wieder herangezogen, um die entstehende Lösung mit den konkreten Anforderungen abzugleichen. Darin liegt auch eine unserer wichtigsten Stärken, denn eine gute Dokumentation bildet die Grundlage dafür, dass wir über alle Phasen hinweg den Überblick behalten, die Qualität sichern und nachvollziehbar handeln können. 

Wann startet dann die eigentliche Umsetzung der Profile?
Sobald die finale Profilzeichnung steht. Nach der Freigabe aller relevanten Dokumente – Zeichnungen und Pflichtenheft – gehen wir in die Umsetzung. Diese umfasst die Werkzeugkonstruktion und -auslegung sowie die anschliessende Erstbemusterung. Am Ende dieser Phase erfolgt die Erstellung des Erstmusterprüfberichts, der die Basis für die Freigabe des fertigen Profils bildet.   

Sehen Zusammenarbeiten immer ähnlich aus?
Die Anforderungen unserer Kunden zu verstehen, ist grundsätzlich bei jedem Projekt wichtig. Das gleiche gilt für die strukturierte Vorgehensweise. Die Zusammenarbeit passen wir aber abhängig von der Organisation des jeweiligen Kunden flexibel an. Ist eine eigene Entwicklungsabteilung vorhanden? Sind lediglich fachliche Inputs gewünscht oder soll die gesamte Entwicklung übernommen werden? Die Antworten auf solche Fragen entscheiden im Einzelfall über das detaillierte Vorgehen. 

Wie wichtig ist der enge Kontakt mit Kunden aus Ihrer Sicht?
Eine direkte und offene Kommunikation mit den technischen Verantwortlichen unserer Kunden ist für uns essenziell, um Projekte schnell, effizient und in hoher Qualität umzusetzen. Nur durch diesen engen Austausch können wir sicherstellen, dass die entwickelten Produkte im späteren Einsatz einwandfrei funktionieren – und so auch unsere eigene Produktion langfristig optimal ausgelastet ist. 

Wie erleben Kunden diese Form der Zusammenarbeit?
Unsere Kunden schätzen diese Arbeitsweise sehr. Wir haben bisher ausgezeichnetes Feedback für unseren transparenten und praxisorientierten Ansatz erhalten. Besonders der technische Austausch wird als wertvoll empfunden, weil er dabei hilft, Missverständnisse zu vermeiden und bessere Lösungen zu erarbeiten. 

Welche Rolle spielt Ihr Material- und Fertigungswissen im Entwicklungsprozess?
Viele unserer Kunden sind nicht im Kunststoffbereich zu Hause. Und genau darum ist unser umfassendes Material- und Fertigungswissen gefragt – und eine unserer grössten Stärken. In jedem Projekt unterstützen wir Kunden, indem wir Ihnen die verschiedenen Materialmöglichkeiten vorstellen und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Kunststofftypen transparent erläutern. Darüber hinaus vermitteln wir die Grundlagen der Kunststoffauslegung, sodass unsere Partner fundierte Entscheidungen treffen können. Dank dieser offenen Beratung ist jede Entwicklung technisch, wirtschaftlich und funktional optimal auf die jeweilige Anwendung abgestimmt – und die bestmögliche Lösung für den Kunden. 

Technologien und Kunststoffe verändern sich laufend. Welche Einflüsse haben die Entwicklung über die vergangenen Jahre besonders geprägt?
Insbesondere Coextrusions-Anwendungen haben stark zugenommen. Bei diesen werden mindestens zwei unterschiedliche Kunststoffe – oft eine Kombination aus harten und weichen Komponenten – miteinander verarbeitet. So lassen sich Lösungen entwickeln, die funktional und optisch hohe Ansprüche erfüllen. Auch das Profilspektrum hat sich erweitert. Heute reicht es von sehr kleinen, filigranen Profilen bis hin zu grossen Bauteilen, was neue Einsatzmöglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig kommen zunehmend anspruchsvollere und komplexere Rohmaterialen zum Einsatz

Haben sich auch Ihre Leistungen weiterentwickelt?
Teilweise. Wir beobachten einen klaren Trend zu weitergehenden Verarbeitungsschritten. Immer mehr Kunden wünschen sich nicht nur Kunststoffprofile, sondern auch eine Weiterverarbeitung, etwa durch Stanzen, Nachbearbeiten oder das Verbinden zu Rahmenkonstruktionen. Entsprechend dieser Bedürfnisse legen wir bei unserer Arbeit teilweise zusätzliche Schwerpunkte. Alle Veränderungen zusammengenommen fordern uns teilweise ziemlich heraus – gleichzeitig ermöglichen sie es uns aber, noch innovativere und passgenauere Lösungen für unsere Kunden zu realisieren. 

In welchen Branchen oder Anwendungsfeldern sehen Sie aktuell besonders grosses Potenzial für individuell entwickelte Profile?
Grundsätzlich sind solche Lösungen überall dort interessant, wo grössere Mengen an Profilen oder Dichtungen benötigt werden. Das Potenzial ist daher nicht auf einzelne Branchen beschränkt. Vielmehr gibt es zahlreiche Anwendungsfelder, die bisher noch kaum Berührung mit individuellen Lösungen haben – und daher umso mehr davon profitieren könnten. So lassen sich beispielsweise neue Funktionen integrieren, Prozesse vereinfachen oder bestehende Materialien durch innovative Alternativen ersetzen. 

Was motiviert Sie persönlich, immer wieder neue Lösungen zu entwickeln?
Ich liebe Kunststofftechnik und finde es immer wieder spannend, Einblicke in verschiedene Bereiche und Branchen zu gewinnen – so wird die Arbeit nie langweilig. Dank meinem fundierten Wissen über Kunststoffe kann ich Kunden gezielt unterstützen und mit ihnen gemeinsam Lösungen erarbeiten, die wirklich funktionieren. Besonders motivierend ist für mich, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem man auch mal etwas wagt und somit die Innovationskraft aktiv vorantreiben kann. Genau diese Mischung aus Herausforderung, Kreativität und stetigem Lernen treibt mich an.